Saccharum officinarum goes Rum

– vom Zuckerrohr zum Rum-

Jeder von uns hat ihn schon probiert- für gut befunden, oder auch nicht. In diversen Cocktails, Longdrinks oder in den Zwanzigern einfach pur mit Cola- das Ziel war ja schließlich nicht ein außergewöhnliches Geschmackserlebnis voller Aromen, sondern lediglich ein gewisser Pegel, durch welchen die Partys noch lässiger wurden.

 

Einige Kenner jedoch wissen schon lange, dass Rum eine unglaublich vielseitige Komponente oder auch ein toller vollmundiger Solokünstler sein kann.

Und für all die, die bis jetzt schon alleine durch die bloße Vorstellung von Rum immer die Nase gerümpft haben: wartet ab, wie süffig dieses gegorene Zuckerrohr sein kann!

Doch zu jedem guten und ausgefeilten Blogbeitrag gehört natürlich ein wenig Geschichte und Hintergrundwissen, bevor wir zu dem Eigentlichen kommen – nämlich inwiefern der Rum für die Firma Eder von Bedeutung ist.

 

Ganz genaue Überlieferungen gibt es leider nicht, dennoch findet das Zuckerrohr, welches die Basis eines jeden Rums bildet, ihren Ursprung im asiatischen Raum zwischen 10.000- 6.000 v.Ch.. Später wurde durch Christoph Columbus im späten 15. Jhd. durch die Entdeckung Amerikas das Zuckerrohr für die Masse zugänglich gemacht.

Er brachte die Pflanze bis in die heutige Dominikanische Republik und nach Haiti und so nahm die schnelle Verbreitung der Zuckerrohrpflanze ihren Lauf.

Noch heute, oder vor allem heute, ist der Anbau dieser gewinnbringenden Pflanze in der Karibik ein großer Wirtschaftssektor. Angebaut wird das Zuckerrohr im großen Stil aber auch in Mittel- und Südamerika, den Philippinen, Australien, Madagaskar, Mauritius, Indien, Réunion, auf den Kanaren und auf Kap Verde.

Genauer möchte ich auf die Karibik als Ausgangspunkt eingehen, da es genau dorthin auch Markus Eder und sieben weitere Rum-Experten verschlagen hat.

Große Reichtümer wurden auf den Inseln durch die Herstellung des wertvollen Zuckers verdient, was das Vermögen der Plantagenbesitzer ins Unermessliche ansteigen ließ.Doch wie es nun mal so ist muss wirtschaftlich gearbeitet werden. So wurde das anfängliche Neben- oder auch Abfallprodukt des Zuckerrohrs – die Melasse – vergoren. Die Entstehung des Rums und dessen bewusste Produktion nahm einen immer größeren Teil ein, steckte aber noch in den Kinderschuhen.

 

Auf der britischen Kolonie Barbados nahm vermutlich im 17. Jhd. die Geschichte des Rums, die uns besonders interessiert, ihren Lauf.Eine erste urkundliche Erwähnung des Getränks als „Rumbullion“ gab es bereits um das Jahr 1650 und kurz darauf im Jahre 1667 wurde dieses schon als „Rhum“ bezeichnet, was aus dem französischen kommt.

Die älteste noch betriebene Rumbrennerei „Mount Gay Distillery“ ist seit 1663 auf Barbados zu finden, welche wir unter anderen besucht haben.

Doch der Weg von dem anfänglichen Rum, der aufgrund der schlechten Qualität und des unangenehmen Geschmacks nur von Einheimischen getrunken wurde, zu dem, den wir heute kennen und lieben, ist ein sehr sehr langer…

 

Herstellung

Herstellung

1.Rohstoff Zuckerrohr

 

– Melasse-Rum (Rhum Industriel)

Das geerntete Zuckerrohr wird zerkleinert und gepresst, dieser Saft wiederum wird in mehrmaligen Durchgängen zu Sirup ausgekocht.

Die nun dunkelbraune und zähflüssige Melasse bildet die Basis des braunen Rums, welcher 95 % der Rumsorten abdeckt. Dies ist die ursprüngliche Herstellung deshalb auch „Rhum Traditionel“.

 

-Zuckerrohrsaft-Rum ( Rhum Agricole)

Auf den französischen Antillen wandte man sich, aufgrund der Popularität von Zuckerrohr in Europa, von der traditionellen Weise ab und begann damit, direkt den vergorenen Zuckerrohrsaft zu destillieren.

 

 

  1. Die Gärung

Der Maische wird Wasser und Hefe zugeführt, womit der Gärungsprozess, welcher zwischen 24 und 72 Stunden dauert, unter Luftausschluss gestartet wird. Ist dieser Prozess beendet, liegt der Alkoholgehalt bereits bei ca. 5-10 Prozentvolumen.

 

  1. Destillation

Die Destillation dient dem deutlichen Erhöhen des Alkoholgehalts, welcher bei dem Rum am Ende zwischen 70 und 95 Prozentvolumen liegt.

 

Es gibt zwei Methoden:

 

diskontinuierliche Destillation= Die Maische wird portionsweise in einen kupfernen Brennkessel eingefüllt und destilliert, was für wesentlich geschmacklich hochwertigere und interessantere Ergebnisse sorgt (= „pot still“). Der Brennkessel besteht aus einer Blase und einem langen Schwanenhals für den Anschluss an den Kondensator. Die Befeuerung geschieht direkt oder indirekt und wird für 2 Brenndurchläufe wiederholt. Nach der diskontinuierlichen Destillation liegt der Alkoholgehalt bei ca. 20 Prozentvolumen.

 

kontinuierliche Destillation= Durch das Einsäulensystem wird ein kontinuierliches Einfüllen und Destillieren der Maische ermöglicht und der völlige Austausch, wie bei der diskontinuierlichen Destillation, ist nicht gegeben (=“ column still“). Dadurch sind die Brennergebnisse wesentlich gleichmäßiger, fallen jedoch in ihrer Aromatik hinten ab im Vergleich zu diskontinuierlich gebranntem Rum. Der gewonnene Alkoholgehalt liegt auch bei stolzen 80 Pronzentvolumen.

 

  1. Lagerung

Der Rhum Traditionel, also unser Rum auf Basis der Melasse, wird im column still destilliert und anschließend zu Reifung in Holzfässer abgefüllt, beispielsweise in Sherry- oder Bourbonfässer. Die Reifung eines Rhum Traditionel dauert mindestens 3 bis zu 40 Jahre an, wird dann erst in Flaschen abgefüllt und verspricht umwerfende weiche und milde Aromen, welche in Kombination mit dem jährlichen Verlust des Alkoholgehalts von ca. 13 % ( „Angel’s Share“) für einen entsprechenden Preis sorgt.

 

Der Rhum Agricole, der Zuckerrohrsaft-Rum, hingegen wird im pot still destilliert und anschließend in Stahltanks gefüllt, wo er die nächsten 3 Monate bis 3 Jahre verbringt und nicht weiter reift. Nach maximal 3 Jahren wird auch dieser weiße Rum in Flaschen abgefüllt. Hierbei dient die Lagerung einmal dem Verdunsten von ungewünschten Fuselstoffen und ihre Kürze sorgt für einen geringen Verlust des Alkoholsgehalts, „Angel’s Share“ genannt.

Nun stellen sich ja schon längst die Fragen – Was hat die Firma Wilhelm Eder eigentlich so genau damit zu tun? Und warum reist Markus Eder extra in die Karibik?

 

– die Antwort möchte ich Euch nicht länger vorenthalten.

 

Uns interessieren besonders die Rumfässer, in denen der Rum für eine längere Zeit reifen durfte um seine volle Aromatik zu entwickeln und eine gold-braune Farbe zu erhalten. Brauner Rum wird vorzugsweise für Cocktails und Longdrinks verwendet, da seine vielseitigen Aromen von leichten Holztönen, zu frischen Früchten oder deutlicher Süße bis hin zu Honigtönen und getrockneter Frucht reichen und für unvergleichliche Genussmomente sorgen.

 

Dort kommen wir ins Spiel: Denn nicht nur der Rum selbst sondern auch die wieder entleerten Rumfässer versprühen die tollsten Düfte und schenken jeder Wiederbelegung eine besondere aromatische Note.

Diese Fässer gilt es, mit der richtigen Beratung durch Markus Eder, wieder auf den Markt zu bringen.

 

Du interessierst dich für ein frisch entleertes Rumfass?

Dann schau doch mal in unserem Shop vorbei!