Der Reiz liegt im Verbotenem,
und Absinth gehört nicht zu den gewöhnlichen Spirituosen.

Bei dem Wort Absinth schießen einem zwei Dinge in den Kopf; entweder die leuchtende grüne Farbe oder das Verbot ihn zu konsumieren.

Wieso, weshalb, warum? Das erfahrt Ihr natürlich hier!

Die natürliche und intensive grüne Farbe ist einfach zu erklären, denn Absinth oder auch Wermut genannt wird aus grünen Kräutern hergestellt, insbesondere traditionell aus Fenchel, Anis und Wermut, welche Chlorophyll als natürliches Färbemittel enthalten. Aber auch durchsichtig oder leicht schwärzlich kann ein Absinth sein, dann ist es nun einfach kein traditionelles Rezept.  Nun lässt sich vermuten, dass diese Bitterspirituose nur was für abgehärtete Gaumen ist, doch damit liegt man falsch. Trotz der Bitterkräuter die für die Herstellung verwendet werden, ist der Geschmack oftmals eher leicht süßlich und frisch, die 45 bis 85 Prozentvolumen kann man jedoch im Geschmack nicht wegsprechen, was  ein gewisse Schärfe mit sich bringt.

Hergestellt wird Absinth seit Jahrhunderten hauptsächlich in Frankreich und in der Schweiz, wo er auch seinen Ursprung findet. Dort wurde  im 18. Jhd.  Wein mit Wermut versetzt und war ein wichtiges Mittel in der Naturheilkunde.

Später dann wurden Militärärzte auf den Wermut aufmerksam und führten ihn als tägliche Routine für die Soldaten ein, in der Hoffnung und Absicht Krankheiten wie Malaria fernzuhalten oder schlechtes Trinkwasser zu bekämpfen.

 

Groß raus kam die „Grüne Fee “ schließlich in Frankreich im 19. Jhd. als sie täglich in der „grünen Stunde“ zwischen 17 und 19 Uhr als absolutes In-Getränk vermehrt konsumiert wurde.

Insbesondere bei den Künstlern und Literaren fand der Absinth großen Anklang und verbreitete sich wie ein Lauffeuer.

«Es scheint, als sei die gesamte europäische Elite der Literatur und der bildenden Künste im Absinthrausch durch das ausgehende 19. und beginnende 20. Jahrhundert getorkelt.»

           Hannes Bertschi

Getrunken wird der Absinth in unterschiedlichsten Kombinationen und Variationen, natürlich gibt es aber auch ganz bestimmte traditionsreiche Rituale:

Das französische Ritual

In einer Absinthfontäne oder einer Bouille wird Absinth eingegossen und mittig ein Löffel mit 1-2 Stücken Würfelzucker positioniert. Über diesen wird eiskaltes Wasser gegossen, sodass dieses langsam in den Absinth rinnt, wobei der typische Louche Effekt herbeigeführt wird.

Das tschechische Ritual

Bei der wohl bekanntesten Tradition den Absinth zu genießen wird ein Absinth-Löffel über einem Glas positioniert und mit 1-2 Stücken Würfelzucker belegt. Der Zucker wird von 2-4cl Absinth übergossen und anschließend angezündet, sodass der Zucker karamellisiert und den typischen Geschmack von Karamell mit dem des Absinth vereint.

Das Schweizer Ritual

Absinth aus der Schweiz war süßer als alle anderen und somit wurde auf zusätzlichen Zucker verzichtet. Lediglich 2-4cl Absinth wird mit Eiswasser vermischt und direkt getrunken, ohne den Zusatz weiterer Süße.

Aber was hat es eigentlich mit dem Verbot von Absinth von 1915 bis 1991 und all den verrückten Geschichten auf sich ?

Van Gogh hat sich Gerüchten zufolge unter Einfluss von Absinth das Ohr abgeschnitten, Absinth soll Halluzinationen hervorrufen, übermäßige Aggressionen und Depressionen verursachen, so zumindest die Gegner des Absinth.

Woher kommen diese Anfeindungen?

Thujon war ein durch Wermut ausgelöster Wirkstoff und wurde von Absinth- Gegnern  als Süchtigmacher bezeichnet und sollte angeblich einen Rauschzustand bewirken, was gerne als Grund für diverse Straftaten als Erklärung herbeigezogen wurde.

So weiß man jedoch heute, dass Thujon keineswegs berauschend wirkt, jedoch weiß man, dass jede hochprozentige Spirituose nur in Maßen konsumiert werden sollte um Rauschzustände und einen Bewusstseinsverlust zu vermeiden. So ist also nicht der Absinth Schuldiger, sondern wohl eher die hohe Menge, in der er gerne getrunken wurde.