Wie altes Handwerk und Innovation zusammen passen

Ursprünglich waren Holzfässer dazu gedacht Waren sicher von A nach B zu transportieren, ohne dass die Umwelt Einfluss auf deren Inhalt nehmen konnte. Jeder kennt doch die alten Piratenfilme – keine Seefahrt ohne Fässer voll Rum, Kohl und Zwieback.

Dass Holzfässer sich auch auf den Geschmack des darin Gelagerten auswirkt, wurde quasi als positiver Nebeneffekt gesehen. Sie sehen also: manchmal führen Zufälle zu Innovationen.

Entwicklung

Über die Jahrhunderte hat sich der Verwendungszweck der Holzfässer dahingehend geändert, dass das Fass an einer Stelle bleibt um dort seine Geschmacksnuancen an den Wein, das Bier oder das Destillat abzugeben. Und um diese Geschmacksnuancen geht es auch bei einem Versuchsfass, das unsere Küfer gerade für einen unserer Kunden bauen. Bisher war es so, dass man sich entscheiden musste, in welchem Holzfass man nun ausbauen möchte. So bringen Fässer aus französischer Eiche ganz andere Aromen als solche aus Amerikanischer Eiche, Kirsch-, oder Kastanienholz.

Hybrid-Fass

Um das Beste aus allen Hölzern zu bekommen, bauen wir nun ein Hybrid-Fass. Dieses Fass das aus Versuchszwecken erst mal „nur“ 20 Liter groß sein wird, verbindet die eben genannten vier Holzsorten. Das Destillat wird also Vanillenoten mit Röstaromen aus der Amerikanischen Eiche, die feine natürliche Süße der Kastanie, leichte Mandeltöne aus der Kirsche und eine runde Würzigkeit aus der Französischen Eiche auf sich wirken lassen.

Hand in Hand

Was dabei raus kommt, kann noch niemand sagen. Theoretisch wissen wir zwar, wie die einzelnen Hölzer wirken, das Zusammenspiel ist aber etwas vollkommen Neues, das – wie einst die Holzfasslagerung – erst ausprobiert und verfeinert werden muss. Wir werden also Hand in Hand mit dem Kunden zusammenarbeiten, den Prozess der Reifung mit ihm zusammen überwachen und natürlich immer wieder Proben ziehen, um die Entwicklung zu verfolgen.

Wir dürfen gespannt sein, ob und wann es unser „Hybridfassdestillat“ zur Marktreife schafft, inwieweit wir Anteile der einzelnen Hölzer oder auch das Toasting noch anpassen und verändern müssen, damit der Effekt genau so wird, wie sich der Kunde das wünscht.

Und wer weiß, welcher Zufall uns die nächste Innovation bringen wird…

Bis dann,

Angela Pfahler

Zum Shop:
faesser-shop.de

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